Mittlerweile haben wir so einige
Kilometer und Städte hinter uns gelassen. Wie im ersten Beitrag zu
Kambodscha erwähnt, sind wir auf dem Tonle Sap Lake von Siem Reap
nach Phnom Penh gefahren. Lustig war auf jeden Fall die Fahrt zum
kleinen Hafen. Mit vierzig Minuten Verspätung wurden wir von einem
alten VW-Bus abgeholt und fuhren und fuhren von einem Hotel zum
nächsten und es wurden immer mehr und mehr und mehr Leute … am
Ende saßen wir alle übereinander, das Gepäck hing halb raus und
die Abfahrtszeit des Bootes war längst bei weitem überschritten.
Scheint aber alles ganz normal zu sein. Das Boot fuhr über zwei Stunden später als geplant ab. Dennoch war es dann eine super schöne Bootsfahrt. Auf einem kleinen Speedboot … Model Alsterdampfer ... mit ca. 100
Passagieren fuhren wir sechs Stunden. Wer Lust hat kann
sich aufs Dach setzen und den Fahrtwind sowie die schöne Aussicht
genießen. Du bist den Bewohnern sehr nah und bekommst einen guten
Eindruck davon wie sie an diesem Binnensee leben und wie sie von
diesem leben. Es war eine großartige Fahrt auch wenn ich mich nicht
aufs Dach getraut habe. Das lag aber daran, dass ich befürchtete
wieder Seekrank zu werden und mich bisher immer schwer davon erholt
habe.

In Phnom Penh und unserem Hotel
angekommen haben wir sehr gestaunt. Wir wohnten am Fluss wo der Tonle
Sap und der Mekong ineinanderfließen. Ein irrer Ausblick vom
Balkon … aber seht selbst. Unser schönes Zimmer hat uns so gut
gefallen, dass wir richtig Lust hatten viel Zeit dort zu verbringen
und um die Fischer zu beobachteten und was sonst so auf den Flüssen los
war. Das Frühstück wurde uns auf dem Balkon serviert. Phnom Penh ist nicht ganz so überteuert wie Siem Reap.
Viele Touristen fahren lediglich nach Siem Reap wegen Angkor und
anschließend weiter nach Thailand, Laos oder Vietnam. Wenn sie
wüssten was sie da alles verpassen und das auch der Rest wundervoll
ist. Du kannst in Phnom Penh gut essen und auch ein bissel was
anschauen, aber nichts was wir nun unbedingt sehen mussten. Wir haben
entspannte drei Tage in der Stadt, in Cafes und auf unserem Balkon
verbracht, haben die Stadt auf uns wirken lassen, haben Märkte besucht und am Abend die Tänzer am Fluss beobachtet. Es gibt einen
Vortänzer und alle tanzen nach und es wird auch gern gesehen, wenn
Touristen mitmachen. Der Held wollte aber nicht. | Königspalast mit Mönchen |
und dort essen die Leute, eine Art von
Picknick. Was sich natürlich viele in Phnom Penh anschauen sind die
Killing Fields. Jeder TukTuk-Fahrer fragt einen ob wir dort hinfahren
wollen. Nein … wollen wir nicht … Udo hat einem in einem Gespräch gesagt, dass wir unsere eigenen Killing Fields haben … Wir haben
gelesen, dass die Touristen sich Knochen-Souveniers mitnehmen. Könnt
ihr euch das vorstellen. Da schleppen die Knochen von Menschen mit
nach Hause die hingerichtet wurden. Absolut geschmacklos.
Noch mal was zum Tonle Sap und Mekong. Ich weiß ja nicht ob es euch interessiert aber da ich eigentlich nichts weiter mehr im Kopf habe, finde ich so was ja spannend. Das besondere am Tonle Sap ist, außer das er zu den Fischreichsten Gewässern der Welt gehört, das er je nach Trocken- oder Regenzeit in verschiedene Richtungen fließt. Das hängt so zusammen: Wenn im Himalayagebirge im
Sommer der Schnee schmilzt fließt das Wasser in den Mekong. So führt während der Regenzeit von Mitte Mai bis Anfang Oktober der Mekong
Fluss bis zu viermal mehr Wasser als in den trockeneren Monaten. Über
den Tonle Sap Fluss fließen große Wassermengen in den Tonle Sap See. Im November, wenn der Mekong Fluss
weniger Wasser führt, ändert sich die Fließrichtung des Tonle Sap
Flusses, aus dem Tonle Sap See strömen nun große Wassermengen in den
Mekong Fluss zurück. Hier in Phnom Penh wird der Richtungswechsel sogar mit einem Wasserfest gefeiert.
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| Staubschutz |
Der Strand in Sihanoukville ist bei
Ebbe ganz schön, bei Flut knallen die Wellen eigentlich schon fast an die erste Sonnenliege und so kommt einen das sehr eng und
überfüllt vor. Am Strand findet man eine Bar an der anderen und
tausende Liegen. So ein richtiger Ferienort. Ganz schlimm war es am
Wochenende. Der komplette Strand war überfüllt von Chinesen und wie
die sich benehmen und essen, brauche ich wohl nicht mehr zu erwähnen.
China ist für mich kein Land was ich aufsuchen möchte.
Dazu kommt, du wirst die ganze Zeit angesprochen und danach gefragt ob du Massagen möchtest, Pediküre oder Maniküre, Waxing oder sonstige Körperpflege. Auch nicht so meins und der Gedanke, dass sich die alten Männer da die Fußnägel machen lassen läßt mich auch eher erschaudern.
Wir haben an einem Tag einen Ausflug zu einen anderen Strand gemacht, haben uns dort eine Sandfläche gesucht und das hat uns viel besser gefallen. Lustig finde ich auch, dass die Kambodschaner, aber auch andere Asiaten, teilweise voll bekleidet ins Meer gehen. Die Herren tragen Jeans
und die Frauen meist
Schlafanzüge. In denen fühlen sie sich hier sowieso sehr wohl, weil
das auch tagsüber auf der Straße viel getragen wird. Am Abend hingegen ist es schön am Strand, in einer Bar zu
sitzen und einen Cocktail zu schlürfen. Am Strand kannst du abends
dann Feuerwerk kaufen und somit knallt es an irgendeiner Ecke über
den ganzen Abend. Hab ich auch noch nicht so gesehen. Wir haben in
Sihanoukville unheimlich gut gegessen für wirklich so wenig Geld,
dass man fast ein schlechtes Gewissen hatte. Für umgerechnet 2,20
EUR bekommst du Fisch oder Fleisch vom Grill mit Kartoffeln, Salat
und Brot. Ich sag euch, lecker wars.
Dazu kommt, du wirst die ganze Zeit angesprochen und danach gefragt ob du Massagen möchtest, Pediküre oder Maniküre, Waxing oder sonstige Körperpflege. Auch nicht so meins und der Gedanke, dass sich die alten Männer da die Fußnägel machen lassen läßt mich auch eher erschaudern.
Wir haben an einem Tag einen Ausflug zu einen anderen Strand gemacht, haben uns dort eine Sandfläche gesucht und das hat uns viel besser gefallen. Lustig finde ich auch, dass die Kambodschaner, aber auch andere Asiaten, teilweise voll bekleidet ins Meer gehen. Die Herren tragen Jeans
Udo hat eine Lektion gelernt. Beim Kajak fahren
kann es vorkommen, aber nur manchmal das man nass wird. Manchmal.
Aufstehen im Kajak auf dem Wasser, andere Lektion, auch nicht so gut
wenn das Kajak nicht mit Wasser volllaufen soll. Wir hatten auf jeden
Fall viel Spaß. Heute ist der letzte Tag in Kampot in unserer
paradiesischen Unterkunft.
Kambodscha, und das sehen wir immer
wieder bei unseren Fahrten durch das Land, ist wirklich ein sehr
armes Land, das wie auch in den anderen asiatischen Ländern zu
immer mehr Sextourismus führt. Es ist sicherlich geringer als wir es in
Thailand erlebt haben, so kommt es uns doch so vor, dass hier die
Mädchen noch viel jünger sind. Prostitution ist hier in Kambodscha
illegal. Allerdings herrscht hier viel Korruption und die Polizei
lässt sich gut dafür bezahlen das sie still halten. Ein Mädchen
was dann 7$ erhält, reicht davon Schweigegeld weiter an deren Zuhälter und diese weiter an die Polizei. Es gibt
mittlerweile eine Organisation die Prostitution legalisieren möchte
und sich auch mehr zum Schutz für die Mädchen hinsichtlich
Aufklärung über Aids und anderen Krankheiten einsetzt. Leider ist
auch Kinderprostitution hier ein großes Thema. Und wenn man sich
irgendwie sozial engagieren möchte, dann wäre ich glaub ich dafür
hier etwas zu tun. So überlegt auch Udo mit seinem Verein hier in
Kambodscha ein Projekt für Kinder ins Leben zu rufen. Erste
Überlegungen sind, den Kindern eine warme Mahlzeit pro Tag zu
ermöglichen, damit sie abends vor Hunger nicht mit den reichen
Daddys mitgehen müssen für 25 Cent. In Kambodscha wird man doch oft angebettelt und hier vor allem
von Kindern, Mütter laufen durch die Restaurants mit ihren Kindern
im Arm und am Abend sammeln die Kinder leere Dosen, da es dafür eine
Art Pfand gibt. Wenn du ihnen was gibst, dann sind sie sehr dankbar.
Kambodscha ist ein Land was sich nicht
leicht beschreiben lässt, so sind die Gegensätze doch recht groß.
Hat die Geschichte doch viel Leid gebracht,
sind die Menschen dennoch zufrieden und schenken dir immer ein
Lächeln. Wurde das Land mit großer Zerstörung getroffen, stehen dem einzigartige Wunderwerke jahrhundertalter Kurlturen wie die Tempel von Angkor Wat gegenüber. Bringt der zunehmende Tourismus Geld in das Land, werden
dadurch die Reichen nur reicher und die arme Bevölkerung muss immer
noch Hunger erleiden. Es ist ein Land im Aufbau, was noch vor viel Arbeit steht. Was ich versuche zu sagen ist, dass
das Land einen hin und her reißt und das ggf. auch manchmal in
meinem Beitrag zu lesen ist. Was ich aber weiß, es hat mich
verändert und ich werde wieder kommen und möchte dieses wunderschöne Land in der Regenzeit besuchen, wenn die Felder blühen.
Morgen fahren wir zurück nach Phnom Penh und dann fliegen wir nach Singapur. Ich möchte unbedingt meinem Helden diese Stadt zeigen. Ich bin gespannt wie er sie findet und werde euch
berichten. Ansonsten plane ich gerade unseren Trip für
unsere Reise wenn wir Singapur verlassen, da wir unsere Pläne
völlig geändert haben. Es ist so irre wo uns der Weg hinführt …
wem ich einen Koalabär mitbringen soll, der kann mir eine Mail
schreiben. Ich küsse euch.
Nachfolgend ein Link zu einer großartigen Doku. Es lohnt sich bei Interesse diese zu sehen. Sie ist aktuell und sie zeigt das, was ich hier erlebe.
http://www.youtube.com/watch?v=N2jJna4hsaQ
http://www.youtube.com/watch?v=N2jJna4hsaQ




Wow... viele Infos. Sehr interessant. Wunderschön, rührend und erschreckend... Ich nehme einen Koalabären! Oder gleich zwei, dann sind die nicht so allein... :-) Gute Reise meine Sonne :-)
AntwortenLöschenich hoffe, dass ihr gut in australien angekommen seid. ich freu mich schon auf deinen nächsten post! drückis, alexandra :*
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